Inklusionsassistenten stärken

Treffen von Igll und Landratskandidat.Treffen von Igll und Landratskandidat.

In vielen Landkreisen ist die Nachmittagsbetreuung der inklusiv beschulten Schülerinnen und Schüler – wie sie an Förderschulen stattfindet – auch an Regelschulen normal. Nicht hingegen im Rhein-Kreis Neuss. Über dieses und weitere Themen habe ich kürzlich bei einem Treffen mit Vertretern der „Initiative gemeinsam Leben und lernen e. V.“ (Igll) gesprochen.
Dabei habe ich erfahren, dass Inklusiv beschulte Kinder die Schulen aufgrund der fehlenden Betreuung mittags oft verlassen müssen. Die freie Schulwahl für alleinerziehende oder berufstätige Eltern dieser Kinder werde dadurch stark beeinträchtigt. „Wir halten es für wichtig, die Inklusionsassistenten auch in der Nachmittagsbetreuung einsetzen zu können, um eine Teilhabe der inklusiv beschulten Kinder für den gesamten Schultag, zu dem die offene Ganztagsschule gehört, zu gewährleisten „, erläuterte Stefanie Jungwirth für Igll.
Dem stimme ich ausdrücklich zu. Die Inklusionsassistenten müssen zudem gut qualifiziert werden für ihren Einsatz in den Regelschulen. In diesem Zusammenhang möchte ich an das 2014 von Igll und Edith-Stein-Familienforum ins Leben gerufene Fortbildungsprogramm erinnern, dessen ersten beiden Seminare aus europäischen Fördermitteln und Spenden der Igll gesponsert wurden.
Die Gesamtkosten des Programms belaufen sich auf knapp 40.000 € pro Jahr. Es beinhaltet insgesamt sechs Fortbildungsmodule für etwa 100 Inklusionsassistenten. Diese Mittel müssen in den nächsten Jahren in vollem Umfang aus dem Kreishaushalt zur Verfügung gestellt werden – zumal der Rhein-Kreis allein in 2015 über 146.000 € an Landesmitteln für die Inklusion (IföG) erhalten hat, deren Verwendung bis heute nicht konkret offengelegt worden ist.
Ich unterstütze dieses zentrale Anliegen der Igll. Der derzeitige Landrat hat der Initiative hingegen kürzlich nur die halben Mittel in Höhe von 18.000 € für das kommende Haushaltsjahr in Aussicht gestellt. Die andere Hälfte solle der Verein erneut selbst aufbringen.

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