Startschuss für nachhaltige Wirtschaftsinitiative

Schon seit längerer Zeit arbeiten Vertreterinnen und Vertreter von Unternehmen und Umweltverbänden, Betriebsräte, Wissenschaftler und Politiker aus der Region an der Idee einer nachhaltigen Wirtschaftsinitiative. Die Idee für diesen Think Tank Rheinland hatten die ehemaligen Gewerkschafter Gerd Hengsberger, Karl Josef Ellrich und Hubert Wilhelm Wimmer. Ziel ist es dabei, durch das gleichberechtigte Zusammendenken von wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Fragestellungen Gewerbe- und Industrieansiedlungen am Standort rund um das rheinische Revier zu realisieren. Für ihre Idee konnten die Initiatoren auch den ehemaligen Vorsitzenden der Landtags-Kommission zur „Nachhaltigen Zukunft der Chemieindustrie in NRW“, den Grünen Landtagsabgeordneten Hans Christian Markert, gewinnen. Markert lud jetzt zum offiziellen Startschuss für den Think Tank Rheinland ins Kloster Langwaden ein. „Wenn wir das Gemeinsame suchen, Umwelt, Wirtschaft und Soziales im Sinne der Konferenz von Rio als Einheit begreifen, können wir einen wertvollen Beitrag für das Gelingen des Strukturwandels hier bei uns leisten“, so Markert in seiner Begrüßungsrede. Er will seine Erfahrungen aus der erfolgreichen Chemie-Kommission auf andere Branchen übertragen helfen. Aktuell gehe es z.B. darum, zügig Gewerbeflächen – etwa in Frimmersdorf – als Fertigungsstandort für das Postlieferfahrzeug Streetscooter nutzbar zu machen. Die guten Standortfaktoren und die einzigartige Struktur des Rheinlandes machten das Revier zu einem spannenden Investitionsstandort, betonte Anna Heuzeroth, die Geschäftsführerin der Wirtschaftsberatungsgesellschaft Oscar, in ihrem Vortrag. Darauf könne aufgebaut werden, um langfristig und nachhaltig Dienstleistungen, Produkte und Systeme anzubieten, die den gesellschaftlichen Aufschwung der Region gewährleisten würden. Eine konkrete Idee des Think Tanks ist eine beschleunigte Genehmigung für Industrievorhaben. Dabei solle – so Wilhelm Stock, der das Konzept erläuterte – ein Beirat von Umweltverbänden, Gewerkschaftern und Unternehmensvertretern konkrete Investitions-Ideen nach nachhaltigen Kriterien bewerten und für ein zertifiziertes Nachhaltigkeitssiegel vorbereiten, das dann zu einer Beschleunigung der behördlichen Genehmigungen führen würde. Sowohl Unternehmensvertreter als auch anwesende Betriebsräte zeigten sich sehr offen für das Konzept des Think Tank. Positive Rückmeldungen gibt es auch vom Wuppertal Institut und von der Effizienz-Agentur des Landes NRW. Gerd Hengsberger wie Hans Christian Markert zeigten sich denn auch erfreut vom gelungenen Auftakt der Initiative. Als nächstes ist eine gemeinsame Absichtserklärung des Naturschutzbundes NRW und des Think Tank Rheinland geplant.

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